(Kleinseelheim) Seit dem Jahreswechsel verbessert eine neue Rettungswache des Malteser Hilfsdienstes die Notfallversorgung im Landkreis Marburg‑Biedenkopf. Der Rettungswagen ist rund um die Uhr im Einsatz und schließt die Lücke zwischen den Rettungswachen in der Kernstadt Kirchhain und Heskem. Das Amöneburger Becken und die umliegenden Ortsteile profitieren von kürzeren Anfahrtswegen und einer besseren Hilfsfrist. Beim Besuch Ende Februar machten sich Bürgermeister, Vertreter von Landkreis und Maltesern ein Bild von der neuen Wache.
„Mit dem neuen Standort schaffen wir für die Bürgerinnen und Bürger im Ostkreis ein Plus an Sicherheit – und sorgen dafür, dass Hilfe noch schneller dort ankommt, wo sie gebraucht wird“, sagt Maik Klein, Fachdienstleiter Einsatzsteuerung und Rettungsdienst des Landkreises. Der Standort sei nach einsatztaktischen Kriterien ermittelt worden. Neben der örtlichen Versorgung könne auch die Gebietsabdeckung zwischen Marburg und Stadtallendorf verstärkt werden. „In der Praxis bedeutet das, dass die Zentrale Leitstelle dadurch dynamisch notwendige Rettungswagenverschiebungen im Ostkreis reduzieren kann. Damit verbessern wir die Versorgung im gesamten Gebiet deutlich“, sagt der Leiter der Zentralen Leitstelle Maik Klein. Die bereits jahrelange sehr gute Zusammenarbeit mit den Maltesern stärke den Rettungsdienst nachhaltig. Dass dieser Standort strategisch sinnvoll ist, bewiesen bereits die ersten Wochen: „Bis zum 23. Februar wurden 225 Einsätze von der neuen Wache aus gefahren.“ Davon waren 21 Krankentransporte. Bei 47 der 204 Rettungseinsätze wurde der Notarzt hinzualarmiert.
Die Wache ist übergangsweise in einem Wohnhaus am Fliederbusch untergebracht, dessen Räume die Malteser angemietet und renoviert haben. „Wir wurden hier von der ersten Minute an großartig unterstützt und haben uns schnell eingelebt. Ohne die Stadt und das außerordentliche Engagement von Familie Möller als Vermieter wäre dieser schnelle Start nicht möglich gewesen“, sagt Laura Weckesser, Bereichsleiterin Nord des Malteser Rettungsdienstes in Hessen. Die Übergangswache biete ausreichend Platz, kurze Wege und eine funktionelle Infrastruktur.
Die Malteser planen langfristig einen Neubau am Ortsrand von Kleinseelheim. „Wir
wollen beste Arbeitsbedingungen in zweckmäßigen Räumlichkeiten schaffen“, sagt Bezirksgeschäftsführer Markus Schips. Mit der Stadt Kirchhain laufen Machbarkeitsstudien für einen Neubau auf einem Grundstück, das gemeinsam mit der Feuerwehr genutzt werden soll. Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann unterstützt das Vorhaben: „Der Neubau ist ein wichtiger Schritt für eine dauerhaft verlässliche Notfallversorgung. Die enge Zusammenarbeit zeigt, dass wir gemeinsam Verantwortung für die Sicherheit in unserer Region übernehmen.“
Der Malteser Rettungsdienst Hessen beschäftigt derzeit im Landkreis Marburg‑Biedenkopf rund 85 Mitarbeitende. Neben Kleinseelheim besetzen sie auch die Rettungswachen in Rauschenberg‑Albshausen und Lahntal-Caldern. Insgesamt sind dort vier Rettungswagen rund um die Uhr sowie ein Krankentransportwagen im Einsatz.