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Malteser Fulda

„Kinder weinen meist weniger als Erwachsene“ - Malteser weiten Trauerangebot aus

10.2.:Tag der Kinder- und Jugendhospizarbeit

10.02.2012

Ingrid Chiari (72) begleitet seit 17 Jahren schwerkranke Menschen in der letzten Phase ihres Lebens. Seit drei Jahren hilft sie zudem Kindern und Jugendlichen, deren Mutter, Vater oder Geschwister gestorben sind, beim Trauern. „Kinder weinen meist weniger als Erwachsene, sie drücken ihre Gefühle anders aus, mal durch Malen und Verkleidung, aber auch mit Schreien und Wutausbrüchen“, sagt die Medizinerin und ehrenamtliche Malteser Trauerbegleiterin aus Fulda. Viele Erwachsene wüssten nicht mit der Trauer von Kindern umzugehen. „Dabei brauchen trauernde Kinder besonders eine Person, die sie akzeptiert, ihnen zuhört, sie ernst nimmt und Gefühlsausdrücke aufgreift, statt zu blockieren.“ Ohne Trauerprozess können Kinder psychosomatische Beeinträchtigungen  erleiden oder reaktive Depressionen entwickeln. Jahre später kann sich ungelebte Trauer zudem in Aggression wandeln und gegen  andere Menschen richten.   „Die Malteser werden deshalb die Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche verstärken“, kündigt die Vizepräsidentin des Malteser Hilfsdienstes, Elisabeth Freifrau Spies von Büllesheim, zum Tag der Kinder- und Jugendhospizarbeit am 10. Februar an. Insbesondere Kindertageseinrichtungen und Schulen wollen die Malteser mit dem neuen Projekt „Gib mir´n kleines bisschen Sicherheit“ in die Lage versetzen, das Thema Trauer aufzugreifen und den betroffenen Kindern praktische Hilfen anzubieten. Finanziert wird das Angebot zunächst aus Spenden. Spies betont jedoch, dass eine Gegenfinanzierung durch die Krankenkassen notwendig ist, um ein funktionierendes Trauerangebot für Kinder und Jugendliche in Deutschland zu etablieren. „Denn Trauerbegleitung ist Gesundheitsprophylaxe“, so die Hospizexpertin.

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