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Malteser Fulda

Schülerbesuchsdienst für ältere Menschen

Kooperationsprojekt des Malteser Hilfsdienst, des Deutschen Rotes Kreuzes und der Mittelpunktschule Hohe Rhön

22.06.2015
Startschuss zum Schülerbesuchsdienst in Hilders. Foto: Malteser
Startschuss zum Schülerbesuchsdienst in Hilders. Foto: Malteser

18 Schüler und Schülerinnen der 9. Klasse der Mittelpunktschule „Hohe Rhön“ in Hilders absolvieren seit einem halben Jahr einen ganz besonderen Religionsunterricht. Statt im Klassenzimmer theoretisch zu lernen, wurde das Thema Nächstenliebe einmal ganz praktisch umgesetzt. Die jungen Leute schenken innerhalb ihrer Religionswochenstunden ihre Zeit und Aufmerksamkeit den Senioren im DRK-Seniorenzentrum St. Kilian in Hilders. Regelmäßig begleiten sie dort ältere Menschen um mit ihnen zu reden, Karten zu spielen, zu singen, zu basteln und vieles mehr. 

„Wir haben Offenheit und Verständnis gegenüber älteren Menschen entwickelt. Vorher hätte ich bestimmt Berührungsängste gegenüber Senioren gehabt. Jetzt traue ich mich, auf sie zu zugehen“, berichtet die sechszehnjährige Viola Fuß bei der Projektvorstellung am vergangenen Montag. Vorbereitet wurde sie gemeinsam mit ihren Schulkameraden von Doris Reinhardt vom Malteser Besuchs- und Begleitungsdienst. In den acht Unterrichtseinheiten vermittelte sie den Schülern Grundlagen über den Dienst, sensibilisierte aber auch dafür, sich in die Rolle der Senioren hineinzuversetzen. Finn Langenbach erzählte von dieser Vorbereitung und einem außergewöhnlichen Besuch im Einkaufsmarkt: „ Wir erhielten eine besondere Ausrüstung. Eine Brille, die unser Sehen beeinflusst, einen Rollstuhl und vieles mehr. Und dann mussten wir eine Einkaufsliste abarbeiten. Da haben wir gemerkt, wie schwierig für ältere Leute Dinge sind, die für uns ganz selbstverständlich sind.“ Nach der Vorbereitung besuchten die Schüler dann ein halbes Jahr lang jede Woche für eineinhalbstunden die Senioren im DRK Senioren-Zentrum St. Kilian. „Ich habe zum Beispiel mit einem Herrn ein paar Runden Rome gespielt. Ich kannte das Spiel gar nicht. Aber der ältere Herr hat es mir beigebracht und dann hat es richtig Spaß gemacht. Als wir die nächsten Male kamen, hat er schon unten an der Tür auf mich gewartet“, erzählt Celine Walther von ihrem Besuch. In den nächsten Treffen spielten die Schüler mit den Senioren Bingo, gingen spazieren oder redeten viel über heutige und vergangene Zeiten. „Auf Menschen zugehen und ihnen helfen – das ist Religion einmal ganz praktisch“, lobte der Präsident des Malteser Hilfsdienstes das Projekt und dankte der Religionslehrerin Annika Jost für ihre Idee und ihren Einsatz. Weiteren Dank richtete er an das Deutsche Rote Kreuz für die Möglichkeit der praktischen Umsetzung im Seniorenzentrum, an die Sparkasse Fulda für die finanzielle Unterstützung des Projektes und allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Seniorenzentrums. Der Präsident des DRK Kreisverbandes, Prof. Martin H. Hessmann, würdigte das Projekt als Beispiel für ein generationsübergreifendes Miteinander, einer guten Zusammenarbeit und versprach auch weiterhin Unterstützung für das Projekt durch das Seniorenzentrum.

Auch im nächsten Schuljahr werden die Senioren Besuch von Schülern der Mittelpunktschule erhalten. Eine siebte Klasse das Projekt übernehmen. Viola Fuß legt es der nächsten Projektgruppe ans Herz: „Die soziale Arbeit hat allen von uns Spaß gemacht und auch den älteren Leuten. In den eineinhalb Stunden gutes zu tun macht einen selber sehr glücklich.“

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