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In den ersten Tagen haben wir ständig aktuell über die Entwicklung unserer Hilfsaktionen berichtet. Sie finden hier gesammelt alle Meldungen aus Haiti.
Prof. Dr. Klaus Runggaldier, Leiter Rettungsdeinst der Malteser Deutschland, war für die Malteser zur Nothilfe nach dem Erdbeben in Haiti im Einsatz. In zwei Video-Interviews schildert er seine Erlebnisse aus Port-au-Prince:
Am 29. Januar haben die Malteser von ihren argentinischen Partnern die Leitung des Gesundheitspostens in Leogane, wo bereits in den vergangenen Wochen mehr als 2.000 Patienten behandelt wurden übernommen. Ein derzeit achtköpfiges medizinisches Team mit deutschen und aus Haiti stammenden Ärzten und Krankenschwestern sowie einer Hebamme und einem Rettungsassistenten ist für eine breite basismedizinische Versorgung im Camp und in der Umgebung zuständig. Darüber hinaus wird das Team dringend benötigte Impfkampagnen unterstützen; laut aktueller Meldungen der Weltgesundheitsorganisation gibt es bereits vereinzelte Fälle von Tetanus sowie Verdacht auf Masern, der sich allerdings bisher noch nicht bestätigt hat.
„Noch sind die Zustände im Camp sehr rudimentär, die Patienten liegen auf dem Boden“, berichtet Beate Maaß, Nothilfekoordinatorin der Malteser aus Leogane. Dringender Bedarf bestehe auch an Latrinen für die Patienten sowie an Transportmitteln: „Als wir heute morgen im Camp ankamen, gab es Komplikationen bei einer Geburt, so dass wir die Schwangere kurzerhand im gemieteten Malteser Auto in die nächste Klinik transportieren mussten, damit ein Kaiserschnitt durchgeführt werden konnte“, so Maaß. ArcheNova, eine der Partnerorganisationen im Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ wird für die Patienten im Camp behelfsmäßige Latrinen bauen.
Um die Wasser- und Abwasserversorgung in der Region Leogane zu verbessern und den Ausbruch von Epidemien zu verhindern, bringen die Malteser mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen in die Region Leogane. Mit diesen beiden Anlagen, die jeweils 6.000 Liter Wasser pro Stunde produzieren, können die Malteser täglich rund 8.000 Menschen mit ausreichend Trink- und Nutzwasser versorgen. Nach der logistischen Koordination durch das Technische Hilfswerk hatte die Lufthansa den kostenfreien Transport der Anlagen in die Krisenregion ermöglicht. Zusätzlich werden die Malteser in den nächsten Tagen Kampagnen zur Hygiene- und Gesundheitsaufklärung beginnen.
14 Tage nach dem verheerenden Erdbeben konzentrieren sich die Malteser in ihrer Gesundheitsstation in Leogane zusätzlich zur medizinischen Erstversorgung von Patienten immer mehr auf die Basisgesundheit der Menschen. Projektkoordinatorin Beate Maaß berichtet, dass das oberste Ziel nach wie vor der Auf- und Ausbau der medizinischen Infrastruktur sei. „Gemeinsam mit unseren argentinischen Freunden haben wir in dieser Station bisher rund 2.000 Patienten behandelt“. Jetzt müssten in erster Linie post-operative Versorgungen durchgeführt werden, aber auch ganz alltägliche medizinische Hilfen. Schon in den nächsten Tagen soll auf Wunsch der haitianischen Gesundheitsbehörden damit begonnen werden, auch ambulante medizinische Hilfen zu den Menschen in die Camps rund um Port-au-Prince zu bringen.
„Bei den klimatischen Bedingungen und der Tatsache, dass viele tausend Haitianer mittlerweile seit Wochen unter freiem Himmel leben müssen, werden wir so bald wie möglich damit beginnen, eine Hygiene- und Gesundheitsaufklärung zu starten“, so Maaß weiter. Dabei setzen die Malteser auf möglichst viele Haitianer, die sie vor Ort je nach Qualifikation in ihre humanitäre Arbeit integrieren.
„Nach 14 Tagen zeigt sich aber auch ein Phänomen auf Haiti, das überall auf der Welt nach Katastrophen auftaucht: Die Preise für Grundnahrungsmittel und Dienstleistungen explodieren“, berichtet die Projektkoordinatorin. Immer noch gibt es keinen geregelten Markt auf der Karibikinsel. Für eine Packung Toast würden Händler fünf US-Dollar nehmen. Ein Mietwagen wäre für 150 US-Dollar zu haben. Deshalb wollen die Malteser so schnell wie möglich ihre Versorgung und Logistik auf eigene Beine stellen.
"Unsere Arbeit hat sich rumgesprochen, jetzt werden Patienten auch aus der Umgebung zu uns gebracht - mit Motorrädern oder einfach getragen", berichtet Beate Maaß, Nothilfe-Koordinatorin der Malteser in Haiti, von der Gesundheitsstation der Malteser in Leogane. Dort versorgen drei aus Haiti stammenden amerikanischen Ärzte und drei Krankenschwestern der Malteser die Patienten nach Operationen und helfen auch bei Krankheiten, die nicht unmittelbar aufs Erdbeben zurückgehen. Zwei weiteren Babys konnten sie inzwischen auf die Welt helfen. "Jetzt haben wir endlich Trinkwasser, das haben die Kollegen von Arche Nova installiert. Die Kooperation mit anderen Organisationen läuft ausgezeichnet", freut sich die 34-jährige Bochumerin. Malteser und Arche Nova sind Mitglieder von Aktion Deutschland Hilft.
Am Mittwoch, 27. Januar, kehrt Dr. Georg Nothelle nach 14-tägigem Haiti-Einsatz nach Deutschland zurück. Er wird um 16.40 Uhr auf dem Düsseldorfer Flughafen eintreffen.
Am gleichen Tag starten der Chirurg Dr. Bernd Dietz, der im fränkischen Scheßlitz wohnt, und die Krankenschwester Eva-Maria Schmidt, die aus der Pfalz stammt und derzeit im Elsass lebt, um 12.20 Uhr vom Frankfurter Flughafen aus nach Haiti. Dietz wird vor Ort die medizinische Leitung übernehmen.
Unterdessen sind bereits über 28.000 Euro auf dem Spendenkonto der Malteser Fulda für die Erdbebenopfer in Haiti eingegangen. „Jeder kennt die schrecklichen Bilder aus dem Katastrophengebiet. Deshalb haben die Menschen nicht gezögert und sehr bereitwillig gespendet“, berichtet Diözesanleiter und Präsident Dr. Constantin von Brandenstein-Zeppelin. Viele hätten interessiert nachgefragt, wie die Malteser in Haiti konkret helfen und welche Erfahrungen sie machen. „Zehn Kollegen von Malteser International sind in Haiti im Einsatz“, sagt von Brandenstein-Zeppelin. „Die Menschen bei uns in Osthessen sind betroffen und wollen einen Beitrag dazu leisten, dass wir Not lindern“, weiß von Brandenstein-Zeppelin und ergänzt: „Wir möchten jedem einzelnen Spender danken. Jeder Euro hilft uns, Leben zu retten.“
Das Leben geht weiter - auch in Haiti. So meldet das Malteser Team in Leogane, wo drei aus Haiti stammende amerikanische Ärzte und drei Krankenschwestern der Malteser einen Gesundheitsposten betreiben, aktuell die Assistenz bei mehreren Geburten. Die Versorgung Schwangerer stellt sich derzeit als dringender Bedarf heraus. In enger Kooperation mit der deutschen Botschaft bauen die Malteser Leogane zu einem Schwerpunkt ihrer medizinischen Hilfe aus.
Die Bilder vom verheerenden Erdbeben in Haiti und die Not der Menschen in der Krisenregion erschüttern die Welt. Auf Soforthilfe kommt es an. Aus diesem Grund hat sich die Überlandwerk Fulda Aktiengesellschaft (ÜWAG) zum raschen Handeln entschlossen und 10.000 Euro an den deutschen Malteser Hilfsdienst gespendet. Malteser-Präsident Constantin von Brandenstein-Zeppelin nahm im ÜWAG-Verwaltungssitz in Fulda den Scheck aus den Händen von ÜWAG-Vorstand Dipl.-Ing. Günter Bury entgegen.
„Wir sind beeindruckt vom Einsatz des Malteser Hilfsdienstes im Erdbebengebiet und unterstützen Ihre Arbeit gerne, weil wir wissen, dass die Spende bei den Opfern der Katastrophe ankommt“, sagte Günter Bury an Constantin von Brandenstein-Zeppelin gewandt. Der ÜWAG-Vorstand erinnerte an die nachhaltigen Wiederaufbau-Maßnahmen des Malteser Hilfsdienstes in Südasien nach dem schrecklichen Tsunami im Dezember 2004. Auch damals spendete die ÜWAG für die Arbeit der aktiven Helfer und für zwei speziell ausgewählte Energieversorgungsprojekte in Sri Lanka.
„Im Namen der Malteser in Deutschland danke ich der ÜWAG für das entgegengebrachte Vertrauen und die großzügige Spende für die Erdbebensoforthilfe“, sagte Constantin von Brandenstein-Zeppelin. Derzeit kümmern sich die Helfer der Organisation in erster Linie um die medizinische Versorgung der Opfer, sorgen für Notfall-Sets, Medikamente und Verbandsmaterial. Der in Schlüchtern-Elm lebende Malteser-Präsident lobte, dass die ÜWAG unter den Unternehmen in der Region eine Vorreiterrolle in punkto Spendenbereitschaft einnimmt. Er hofft, dass viele Firmen und Institutionen dem Beispiel des führenden osthessischen Energieversorgers folgen und für die Erdbebenopferhilfe spenden werden, denn die Not im Katastrophengebiet ist groß.
Wer ebenfalls die Arbeit der Hilfsorganisation unterstützen möchte, der kann dies tun mit einer Spende an den Malteser Hilfsdienst auf das Konto 88888 bei der Sparkasse Fulda (BLZ 530 501 80), Stichwort: Malteser Hilfsdienst e. V., Erdbeben Haiti. Gerne stehen die Malteser für Spendenübergaben bereit, wie der Malteser-Präsident betont.
Am Freitagmorgen Ortszeit, 21. Januar, startet ein deutscher Konvoi – koordiniert vom THW - von Port-au-Prince nach Leogane. Dr. Georg Nothelle, Nothilfekoordinator der Malteser, sowie das medizinische Team der Malteser (fünf aus Haiti stammende Ärzte und Krankenschwestern) errichten dort einen Gesundheitsposten. Auch die aus Deutschland eingeflogenen Emergency Health Kits werden nach Leogane gebracht. Die Malteser kooperieren eng mit der Deutschen Botschaft vor Ort.
"Heute mehrere leichte Nachbeben", meldet Dr. Georg Nothelle, Nothilfe-Koordinator der Malteser aus Port-au-Prince gegen 5.45 Uhr Ortszeit. "Mussten eben wieder auf den Hof laufen. War aber nur kurz."
"Selbst einfache Wunden werden durch die schlechten hygienischen Verhältnisse auch nach der ersten Versorgung zu einer Gefahr. Wir rechnen mit einer hohen Infektionsrate bereits primär versorgter Wunden und verstärken daher unsere Hilfe in diesem Bereich", berichtet Prof. Dr. Klaus Runggaldier, Rettungsdienstleiter der Malteser aus Port-au-Prince. Die beiden Emergency-Health-Kits mit Antibiotika, Medikamenten und Verbandmaterial, die gestern in Port-au-Prince eintrafen, hätten kaum später kommen dürfen, so Runggaldier. Weiteres internationales medizinisches Personal der Malteser wird heute Morgen Ortszeit in Haiti erwartet. Morgen, Freitag, 22. Januar, verstärkt ein erfahrener Gesundheitsexperte das Malteser Team: Der gebürtige Mainzer Dr. Alfred Kinzelbach reist aus Uganda an.
Die jetzt anreisenden Kräfte lösen drei der deutschen Experten ab. Prof. Dr. Klaus Runggaldier sowie die Notfallmediziner Dr. Ralf Siepe und Dr. Andreas Mennewisch werden morgen, Freitag, 22. Januar, um 14 Uhr 25 MEZ am Düsseldorfer Flughafen zurückerwartet. Dr. Georg Nothelle, Nothilfe Koordinator der Malteser, verlängert seinen Einsatz im Krisengebiet bis Mitte nächster Woche.
Vor dem Hintergrund des Nachbebens gestern Morgen um 6 Uhr 10 MEZ soll das Team in Haiti ein Erdbebenfrühwarnsystem erhalten.
Das neunköpfige Malteser Team in Port-au-Prince hat seit gestern abend MEZ Verstärkung erhalten. Aus Santo Domingo kommend ist die Nothilfekoordinatorin Beate Maaß in Haiti eingetroffen. Sie wird nach einer Übergabe mit Dr. Georg Nothelle die Koordination vor Ort für drei Monate übernehmen. Die Malteser sind damit auf langfristige Hilfe eingestellt. Ebenfalls eingetroffen ist der Logistik Experte der Malteser, Cesar Russo, der zwei Emergency Health Kits nach Haiti gebracht hat. Derweil berichtet Prof. Dr. Klaus Runggaldier von den Erkundungs-Trupps: “Dr. Ralf Siepe hat mit einem Cousin des Gesundheitsministers zwei Krankenhäuser besucht und eine systematische Bestandsaufnahme erstellt: Es gibt viel zu tun, aber die Situation an diesen beiden Krankenhäusern normalisiert sich für haitianische Verhältnisse. Dr. Mennewisch ist als medizinischer Fachberater mit einer Delegation der deutschen Botschaft zur Erkundung in Leogane gewesen. Er kehrt tief beeindruckt und erschüttert zurück, da in der 200.000 Einwohnerstadt fast alles zerstört ist. Alleine dort wurden bereits 10.000 Menschen begraben (in Porto au Prince sogar schon 70.000 Menschen). In Leogane gibt es bislang erst drei Organisationen, die dort helfen, aber ebenfalls unvorstellbar viel Leid. Die OP-Pfleger der Malteser haben umfassend und direkt weiter im Krankenhaus Francois de Sales geholfen.“
Über COTEDO, eine Partnerorganisation aus der Dominikanischen Republik, starteten die Malteser die Verteilung von Nahrungsmitteln und Medikamenten an fünf Auffanglagern und Notfallkliniken am Rand von Port-au-Prince. Mehre tausend Erdbebenopfer erhalten so dringend benötigte Lebensmittel und Medikamente. COTEDO schickt ein 25-köpfiges medizinisches Team in die Krisenregion, begleitet von der Malteser Expertin Annette Wächter-Schneider aus Berlin.
Weitere Verstärkung erhält das Malteser Team Ende der Woche von Dr. Alfred Kinzelbach. Der gebürtige Mainzer, reist aus Uganda an.
"Unsere Helfer mussten laufend die schrecklichsten Bilder verarbeiten, die man sich nur vorstellen kann. Zerstörung, Leichen, Verwesungsgeruch. Ein 24-stündiger Horrorfilm, der nur durch das aktive helfende Engagement zu ertragen ist,“ fasst Sören Petry, Bundeseinsatzleiter der Malteser für Psychosoziale Notfallversorgung, die Erlebnisse der Malteser Einsatzkräfte in Haiti zusammen. Er wisse, wie belastend Katastropheneinsätze sein könnten, und betont, dass das, was die Helfer jetzt zum Teil im Krisengebiet sehen und erleben müssen, jede Vorstellungskraft übersteige. „Wir stehen für die Helfer jederzeit zur Verfügung, werden da sein, wenn sie zurückkommen, damit sie auf uns zukommen können,“ so Petry weiter. Das Angebot gelte selbstverständlich auch für Journalisten, bekräftigt der Experte.
Die Fachkräfte der Malteser sind in dem weltweit bewährten "Critical Incident Stress Management, CISM" ausgebildet. Symptome, die nach derart belastenden Einsätzen auftreten können sind: Schlafprobleme, Ruhelosigkeit und ständige Gedanken an den Einsatz sowie Reizbarkeit oder Veränderungen im Sozialverhalten, das Familie und Freunde bemerken. Gehen diese Reaktionen in zwei bis vier Wochen nicht zurück, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Auch hier lassen die Malteser Helfer nicht allein. Durch die Kooperation mit dem Berufsverband deutscher Psychologen, BDP, stehen speziell ausgebildete Notfallpsychologen bundesweit zur Verfügung. Die Koordination von Anfragen übernimmt das Generalsekretariat der Malteser in Köln.
Prof. Dr. Klaus Runggaldier berichtet aus dem Krisengebiet:"Gestern konnte ein 10-jähriges nicht ganz so schwer verletztes Kind erfolgreich operiert werden. Für die schwerverletzten Kinder gibt es kaum Hoffnung." Seit Sonntag arbeiten die drei Ärzte der Malteser im Krankenhaus 'Franz von Sales' downtown in Port-au-Prince. Laut Runggaldier ist die Lage immer noch schwierig, aber eine grundlegende medizinische Versorgung sei zunehmend möglich. Dank der guten Vernetzung der haitisch-stämmigen Malteser Kollegen habe man mittlerweile einen Jeep und lokale Kommunikationsmittel.
Über COTADO, eine Partnerorganisation aus der Dominikanischen Republik, starten die Malteser die Verteilung von Nahrungsmitteln und Medikamenten an fünf Auffanglagern und Notfallkliniken am Rand von Port-au-Prince. Mehre tausend Erdbebenopfer erhalten so dringend benötigte Lebensmittel und Medikamente. COTADO schickt ein 25 köpfiges medizinisches Team in die Krisenregion.
Das von den Maltesern unterstützte Krankenhaus 'Sacré Coeur' im Norden Haitis ist mittlerweile an der Kapazitätsgrenze: Schwerstverletzte Erdbebenopfer werden mit Helikoptern in die Klinik gebracht. Fast bei jedem Patient stehe "Amputation Bein oder Amputation Arm", so die Ärzte.
In Köln bereiten die Malteser inzwischen die Ablöse für das vierköpfige deutsche Team vor. Aus Haiti stammende Chirurgen und Anästhesisten sowie ggf. Allgemeinmediziner und Gynäkologen sollen auf Vermittlung der amerikanischen Assoziation des Malteserordens noch diese Woche in Port-au-Prince eintreffen.
Am Montag, 18. Januar, startet mit Cesar Russo ein erfahrener Logistiker der Malteser um 19 Uhr von Oostende/Belgien nach Haiti. Er bringt zwei Emergency Health Kits in die Krisenregion, die dringend benötigte Medikamente wie Antibiotika, Wund- und Verbandsmaterialien sowie Schmerzmittel und Instrumente enthalten. Damit können die Malteser 20.000 Überlebende drei Monate lang medizinisch versorgen. Seit gestern arbeitet das medizinische Team der Malteser mit einem Chirurgen, zwei Notfallmedizinern und Anästhesisten sowie drei haitischstämmigen OP-Pflegern im fast völlig zerstörten Krankenhaus Francois de Sales. Prof. Dr. Runggaldier berichtet in den frühen Morgenstunden (MEZ): Endlich konnten wir Menschen direkt helfen und Leid mindern. Auch die Präzisierung eines Plans für ein nachhaltiges Tun über die ersten Tage hinaus nimmt konkrete und gute Formen an. Wir wollen das Krankenhaus weiter mit Leben füllen und wieder zu einer nutzbaren Einrichtung für die ärmste und mit am schlimmsten betroffene Bevölkerung downtown machen." Das zweite Team der Malteser ist zwischenzeitlich in Santo Domingo gelandet.
Dr. Constantin von Brandenstein-Zeppelin, Präsident des Malteser Hilfsdienstes, fordert: "Angesichts der Tatsache, dass die UN diese Katastrophe als die schwerwiegendste überhaupt bezeichnet und angesichts der herrschenden Trauer darf die Welt Haiti nicht in zwei Wochen wieder vergessen. Wir alle müssen die Chance nutzen das Elend langfristig zu lindern. Damit die Toten nicht umsonst gestorben sind."
Am Sonntag, 18. Januar um 7 Uhr 30 Ortszeit, nimmt das medizinische Team der Malteser die Arbeit in einem nicht ganz zerstörten Krankenhaus auf. "Dr. Ralf Siepe wird die Notfallaufnahme steuern, Dr. Andreas Mennewisch übernimmt die Anästhesie und unser französischer Malteser Kollege ist Chirurg und führt die Operationen durch. Die drei aus Haiti stammenden Teammitglieder, die von den US-amerikanischen Maltesern entsandt wurden, sind OP-Pfleger," berichtet Prof. Dr. Klaus Runggaldier in der Nacht aus Port-au-Prince.
Das neunköpfige Malteser Team ist seit Freitagabend in Port-au-Prince. Aus der Krisenregion hatte Runggaldier, Leiter des Malteser Rettungsdienstes, per sms mitgeteilt:
"Wir sind in der Stadt mit Autos unterwegs, auf der Suche nach Diesel. Selbst die Polizei hat keinen. Leichen überall auf den Straßen. Teile der Stadt komplett dem Mob gehörend. Versuchen auf den Airport zu kommen. Wollen dort unter Schutz der UN das Medicalteam aktivieren und Kommunikation sowie Versorgung für das Team sicherstellen. Chaos. Uns aber geht es soweit gut....."
Das Team hat sich jetzt aufgeteilt: Während die Mediziner im Krankenhaus arbeiten übernehmen Dr. Georg Nothelle, Nothilfe Koordinator der Malteser, und Prof. Dr. Klaus Runggaldier weiter die Logistik und bereiten den Start und den Aufbau einer Struktur vor: Unterbringung, Versorgung, Strom und Kommunikation. Auch versuchen sie, die Hilfe in das Gesamtsystem zu integrieren.
Heute, Sonntag 17. Januar, fliegt ein weiteres Team der Malteser über Punta Cana in das Katastrophengebiet. Annette Wächter-Schneider und Beate Maaß ergänzen das medizinische Team der Malteser. "Wir stehen in ständigem Kontakt mit unseren Partnern vor Ort. Die Krankenhäuser in der Grenzregion in der Dominikanischen Republik sind mittlerweile durch Erdbebenopfer aus Haiti überfüllt," berichtet Wächter-Schneider. Die Malteser planen auch hier medizinische Unterstützung.
Am Montag, 18. Januar, startet mit Cesar Russo ein erfahrener Logistiker der Malteser um 19 Uhr von Oostende/Belgien nach Haiti. Er bringt zwei Emergency Health Kits in die Krisenregion, die dringend benötigte Medikamente wie Antibiotika, Wund- und Verbandsmaterialien sowie Schmerzmittel und Instrumente enthalten. Damit können die Malteser 20.000 Überlebende drei Monate lang medizinisch versorgen.
Seit gestern abend ist das vierköpfige Malteser Team in Port-au-Prince. Aus der Krisenregion berichtet Prof. Dr. Klaus Runggaldier, Leiter des Malteser Rettungsdienstes per sms:
"Wir sind in der Stadt mit Autos unterwegs, auf der Suche nach Diesel. Selbst die Polizei hat keinen. Leichen überall auf den Straßen. Teile der Stadt komplett dem Mob gehörend. Versuchen auf den Airport zu kommen. Wollen dort unter Schutz der UN das Medicalteam aktivieren und Kommunikation sowie Versorgung für das Team sicherstellen. Chaos. Uns aber geht es soweit gut....."
Am Sonntag, 17. Januar, fliegt ein weiteres Team der Malteser über Punta Cana in das Katastrophengebiet. Annette Wächter-Schneider und Beate Maaß ergänzen das medizinische Team der Malteser. "Wir stehen in ständigem Kontakt mit unseren Partnern vor Ort. Die Krankenhäuser in der Grenzregion in der Dominikanischen Republik sind mittlerweile durch Erdbebenopfer aus Haiti überfüllt," berichtet Wächter-Schneider. Die Malteser planen auch hier medizinische Unterstützung.
Am Montag, 18. Januar, startet mit Cesar Russo ein erfahrener Logistiker der Malteser um 19 Uhr von Oostende/Belgien nach Haiti. Er bringt zwei Emergency Health Kits in die Krisenregion, die dringend benötigte Medikamente enthalten.Parallel bereiten die amerikanischen Malteser Medikamentenlieferungen vor, die regional beschafft werden.
Heute morgen um 6 Uhr MEZ ist das vierköpfige Malteser Team in Santo Domingo gelandet. Eine weitere Verzögerung von sechs Stunden ergab sich, weil der Flieger von Newark, USA, nach Santo Domingo auf eine Hundestaffel warten musste. Nach einer kurzen Koordinierungsphase wird das Team Richtung Haiti starten – auf welchem Weg ist derzeit noch unklar. Parallel bereiten die amerikanischen Malteser Medikamentenlieferungen vor, die regional beschafft werden.
Unterdessen widerspricht der Bundesarzt der Malteser, Dr. Rainer Löb, Meldungen, die von Gefahr durch Seuchen wegen der Leichen im Katastrophengebiet berichten: „Eine Verbreitung von Krankheiten droht durch verunreinigtes Trinkwasser, jedoch nicht durch Leichen“, so der Mediziner. „Die Menschen sind durch Traumen gestorben, nicht an Infektionen. Keine wissenschaftliche Studie derzeit spricht für eine erhöhte Gefahr durch Leichen,“ erläutert Löb. Der Mediziner betont, dass jetzt die Versorgung mit frischem Trinkwasser und Medikamenten besonders wichtig ist. Beim Umgamg mit den Toten sei das Abschiednehmen durch Angehörige wichtig, so weit möglich.
Das medizinische Malteser Team unter Leitung von Nothilfe-Koordinator Dr. Georg Nothelle ist am heutigen 14. Januar um 12.10 Uhr von Düsseldorf aus über Newark Richtung Haiti gestartet. Die ursprünglich für 10.55 Uhr vorgesehene Verbindung über Paris ist wegen des dortigen Fluglotsenstreiks kurzfristig ausgefallen. Begleitet wird Nothelle von zwei Notärzten und Anästhesisten sowie dem Leiter Rettungsdienst der deutschen Malteser. In Haiti wird das Team von drei Experten der französischen und zwei der US-amerikanischen Malteser verstärkt.
Nach der Landung in Santo Domingo wird das internationale Team dort vom Botschafter des Malteserordens in Haiti in Empfang genommen und nach Port-au-Prince geleitet. Erste Aufgabe des Teams wird die Sammlung von Informationen und die Abstimmung von Maßnahmen mit den anderen Hilfsorganisationen vor Ort sein. Und selbstverständlich werden sie selbst sofort ärztlich tätig werden. Der Einsatz des ersten Teams soll ca. eine Woche dauern, weitere Teams sind derzeit in Vorbereitung.
Unterstützung wird für den Malteser Einsatz auch von dem vom Malteserorden mitgetragenen Krankenhaus im Norden von Haiti erwartet. Mit 64 Betten, einer Kinderabteilung, einer Entbindungsstation, einer Ambulanzstation und mit einem modernen Labor ist es das einzige Krankenhaus in der nördlichen Region. Derzeit geht man von zehntausenden Todesopfern und bis zu drei Millionen Betroffenen aus. Aufgrund der ohnehin nur unzureichend vorhandenen Infrastruktur befürchten Experten Seuchen und Infektionen.
"Unsere Hauptstadt hat durch die Bodenerrosion keinen stabilen Untergrund. Die auf den Hügeln gebauten Slums sind einfach in einer Schlammlawine komplett abgerutscht", so Eduard Aimé aus Haiti.
Die stabilsten Gebäude wie der Präsidentenpalast, Ministerien oder die Kathedrale sind zerstört berichtet Aimé weiter. Derzeit bereiten die Malteser die Ausreise eines medizinischen Teams bestehend aus zwei Ärzten und drei Rettungssanitätern zur Unterstützung der Malteser auf Haiti. "Die Kollegen aus Haiti wissen, dass die medizinische Versorgung und auch die Versorgung mit Wasser, das überall verschmutzt ist, jetzt besonders wichtig ist," so Ingo Radtke, Leiter von Malteser International. Radtke betont, dass die Hilfe der Malteser mit dem gesamten internationalen Maltesernetzwerk abgestimmt und koordiniert wird.
Der Malteserorden unterstützt ein Krankenhaus im Norden von Haiti, dem ärmsten Land der westliche Hemisphäre. Mit 64 Betten, einer Kinderabteilung, einer Entbindungsstation, einer Ambulanzstation und mit einem modernen Labor ist es das einzige Krankenhaus in der Region.
Am Dienstag um 21 Uhr 53 MEZ hatte ein Erdbeben der Stärke 7,0 auf der Richterskala die karibische Insel erschüttert. Derzeit geht man von hunderten Todesopfern aus.