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Die Malteser aus der Diözese Fulda machen sich auf den Weg zu ihrer siebten Fußwallfahrt. Ein Höhepunkt: Zum ersten Mal endet die Wallfahrt mit dem Familienfest auf Burg Brandenstein.
„Für die Malteser aus Fulda ist die Fußwallfahrt mittlerweile schon Tradition geworden“, sagt Diözesangeschäftsführer Thomas Peffermann. Jedes Jahr begeben sich etwa 50 Malteser sowie Freunde und Gönner auf den Weg und legen an drei Tagen entweder die komplette Strecke oder nur Teile der etwa 45 Kilometer zu Fuß zurück. Dieses Jahr führt die Pilgerreise vom Schulzenberg in Haimbach über Kerzell und Veitsteinbach nach Schlüchtern-Elm zur Burg Brandenstein. „Die Fußwallfahrt ist eine Gelegenheit, dem Alltag zu entfliehen und einmal tief durchzuatmen und somit einen neuen Blick auf das eigenen Leben zu bekommen“, so Peffermann.
Doch nicht nur für die Erwachsenen ist die Wallfahrt etwas Besonders, sondern ebenso für die Malteser Jugend. Gemeinsam mit Jung und Alt führt die letzte Etappe dann zur Burg des Malteser Präsidenten und Fuldaer Diözesanleiters, Constantin von Brandenstein-Zeppelin und seiner Frau Ameli. Dort endet die Wallfahrt mit der Heiligen Messe, die gleichzeitig das Familienfest einleitet. Es ist das vierte auf Burg Brandenstein, aber das erste als krönender Abschluss der Wallfahrt. „Mit dem Familienfest wollen wir allen Maltesern Danke sagen und ein paar heitere und gemütliche Stunden miteinander verbringen“, sagt Thomas Peffermann.
Zum Schulstart nach den Sommerferien erwartet die Schülerinnen der Grossauheimer Mädchenrealschule „Sankt Josef“ ein neues Schuljahr mit neuen Schulmöbeln. Die „Alten“ sind bereits am letzten Schultag vor den Ferien in die überdachte Pausenhalle getragen worden, bis deren weitere Bestimmung endgültig geklärt war. Eine sinnvolle Weiterverwendung ist dank der aktiven Unterstützung der Schulleitung durch Petra Höller-Gaiser schnell gefunden worden. Die Möbel sind über den Malteser Auslandsdienst an bedürftige Schulen in Bosnien und Herzegowina (BIH) gespendet worden.
Nach Vereinbarung eines Termins gemeinsam mit der Schulleitung, dem Sekretariat und dem Malteser Auslandsdienst sowie dem Malteser Osteuropareferat für die Übergabe und Weiterverteilung der Möbel, war es nun endlich soweit. Bei strahlendem Sonnenschein und unterstützt von 19 ehrenamtlichen Helfern der Schule, der Pfarrei Sankt Jakobus, den Maltesern in Hanau und Petersberg sind die „alten“ Schulmöbel auf den LKW des Malteser Hilfsdienstes geladen worden. Bei einer Anzahl von über 200-Tischen und 400-Stühlen sowie verschiedenen Deckenlampen ist es eine große Leistung die Möbel auf ein möglichst geringes Packmaß zu bringen und für den Transport entsprechend zu verladen. „Insgesamt eine herausfordernde, logistische Aufgabe die mehrere Stunden der Planung und Organisation auf allen Seiten voraussetzte“, so Alexander Zippel, der als Projekteiter des Auslandsdienstes der Malteser Petersberg extra mit einem Team zur Unterstützung und Koordination der Verladeaktion angereist ist. Die mehrstündige Aktion, die ohne die vielen, fleißigen Helfer kaum denkbar gewesen wäre, ist für alle Beteiligten ein kleiner Beitrag der Humanität, der über die nationalen, konfessionellen und politischen Grenzen hinausgeht.
Bereits am Folgetag waren die Möbel vom Zwischenlager des Malteser Osteuropareferats in Östrich-Winkel auf dem Weg nach Bosnien und Herzegowina, um dann vor Ort wiederum von ehrenamtlichen Helfern an die bedürftigen Schulen verteilt zu werden. „Das ist Hilfe, die ankommt!“, denn das verspricht der Malteser Auslandsdienst. „Auch wenn bis dato noch nicht alle Möbel verteilt sind, so können wir bereits jetzt von einem gelungenen Auslandsprojekt sprechen“, berichtet Irma Krönung, Leiterin des Auslandsdienstes für die Malteser in Petersberg.
Fulda/Duisburg. Sie haben Hilfe geleistet, Blutungen gestillt, beatmet, reanimiert, aber allzu oft doch nicht helfen können, weil ihnen der Weg versperrt war: die Sanitäts- und Rettungskräfte der Malteser, die auf der Loveparade in Duisburg Dienst leisteten. Ein Dienst, der kein normaler war. Nun unterstützen Teams der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) die Helfer, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. In Fulda kümmern sich ausgebildete Malteser um die Helfernachsorge.
Es treffen bei den Maltesern E-Mails von Loveparade-Besuchern ein, die im Unglückstunnel steckten oder deren Freunde dort waren. Sie wollen sich bedanken, für den Einsatz, die schnelle Hilfe. Dafür, dass die Sanitäter ihr Leben gerettet haben oder das ihrer Freunde. Es sind Mails wie die von Daniel B., der mit dem Lob für die Malteser aber auch beschreibt, wie dramatisch die Situation auf dem Festivalgelände in der Nähe des Tunnels war: „DANKE. Ihr habt Euch selber in Gefahr gebracht, um zu retten...ohne Euch wäre meine Freundin nicht mehr...ein Danke von ganzem Herzen...was wäre nur ohne Euch gewesen?“
Die Einsatzkräfte bekommen Unterstützung, um das Geschehen zu verarbeiten: Bereits Samstagnacht hat sich ein alarmiertes Malteser Team der PSNV um die Helfer gekümmert. Für die weitere und langfristige Betreuung an ihren Heimatstandorten stehen ausgebildete Kräfte bereit. „Helfer benötigen nach solchen Situationen auch Hilfe“, sagt Kristina Schmidt, zuständig bei den Malteser Fulda für die Psychosoziale Notfallversorgung. Sie weist auf die notwendige Ruhephase für Einsatzkräfte nach einem Einsatz wie in Duisburg hin.
„Was die Einsatzkräfte erlebt haben, war schlimm, eine Tragödie“, sagt Schmidt. Jetzt müssen sich die Helfer ausruhen und wieder zu Kräften kommen. Reaktionen wie nächtliche Unruhe, Verspannungen, die Zweifel an der Richtigkeit des eigenen Handelns seien jetzt normal. Jeder Mensch könne diese Reaktionen haben. Noch sind die Sanitäter und Rettungskräfte „voll mit Emotionen“. Rund 76 Stunden dauert diese Phase. Je nach Alter, Erfahrung und dem Erlebten kann sie aber auch nicht nur einige Tage, sondern bis zu drei Wochen dauern. Unmittelbar nachdem das Aufgewühltsein vorüber ist, setzen erste Reflektionen über das Geschehen ein: „Was habe ich getan, was konnte ich nicht tun?“
„Eine solche Tragödie, auch ein solcher Einsatz kann nicht ungeschehen gemacht werden“, sagt Schmidt. Duisburg gehört jetzt in die Biographie der mehr als 400 Einsatzkräfte, die allein die Malteser für die Loveparade stellten.
Die Sanitäter und Notärzte werden anders aus dem Strudel der Erlebnisse begleitet als Angehörige, die vom Tod ihres Partners oder Kindes erfahren. Sie brauchen eine Intervention in die plötzliche Krise. Von Einsatzkräften wird Distanz zum Erlebten erwartet, weil ohne Distanz eine professionelle Hilfe unter hohem Druck nicht möglich ist. Jede Frau und jeder Mann, die oder der als Sanitäter zu einem Einsatz fährt, ob haupt- oder ehrenamtlich, weiß das. Deswegen rät Schmidt jeder Einsatzkraft, die Nachsorge-Angebote der Psychosozialen Notfallversorgung in Anspruch zu nehmen. Reden hilft, lautet der Grundsatz nach einem Einsatz. Durch das Gespräch mit kompetenten Kollegen, der Familie und Freunden, manchmal mit psychologischen Fachkräften, bauen sich die Helfer für den nächsten Einsatz auf. Aber alle beten, dass sie nicht noch einmal etwas erleben müssen wie in Duisburg.
Dem Traum vom Vereinsheim sind die Malteser Blankenau/Heinzell ein Stückchen näher: Bezirksleiter Rolf Brand von LOTTO Hessen überreichte dem Malteser Ortsbeauftragten Andreas Honikel einen Spendenscheck in Höhe von 30 000 Euro. Zurzeit nutzen die Malteser sieben verschiedene Räumlichkeiten in Blankenau und Hainzell. Bei größeren Einsätzen ist deshalb ein besonderer logistischer Aufwand notwendig.
„Seit vergangenem Jahr bauen wir das alte Lehrerhaus an der alten Schule zu unserem neuen Stützpunkt um“, erklärt Andreas Honikel. Die Renovierungs- und Umbauarbeiten werden in Eigenleitung durch Maltesermitglieder und einige weitere freiwillige Helfern durchgeführt. „Um die Kosten für das Material und die Geräte aufzubringen, sind wir auf Spenden angewiesen“, so Honikel. „Die Spende von LOTTO Hessen über 30 000 Euro erleichtert den Umbau erheblich und bringt uns unseren Traum vom eigenen Malteserhaus ein großes Stück näher. Dafür einen herzlichen Dank.“
Nach Fertigstellung sollen sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die Erwachsenen einen Platz im Malteserhaus finden. Dort werden auch weitere Dienste wie beispielsweise die Erste Hilfe Ausbildung und die Kochgruppe des Katastrophenschutzes untergebracht sein. Für die Fahrzeuge des Malteser Hilfsdienstes wird zusätzlich eine neue Fahrzeughalle entstehen.
Zur Scheckübergabe gratulierten unter anderem auch Constantin von Brandenstein-Zeppelin, Präsident des Malteser Hilfsdienstes in Deutschland, Hubert Krah, stellvertretender Ortsvorsteher von Blankenau und die Hainzeller Ortsvorsteherin Astrid Blumenthal.